Ev. Kirchengemeinde Herscheid
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Kirchenchor

Schon seit langem wird in der Herscheider Kirchengemeinde Gottes Verkündigung mit dem Gesang in einem Chor unterstützt. Es gab auch immer wieder chorlose Zeiten, seit Oktober 1982 bis heute besteht der Kirchenchor aber ohne Unterbrechung.

Der Chor besteht aus ca. 15 bis 20 aktiven Damen und Herren, die sich dienstags von 19.45 Uhr bis 21.15 Uhr im Martin-Luther-Haus zur Chorprobe treffen. Es wird ein musikalisches Repertoire aus verschiedenen Stilen und Epochen erarbeitet. Im Vordergrund steht die musikalische Mitgestaltung von Gottesdiensten. Darüber hinaus gibt es auch musikalische Vespern, in denen die Gemeinde dem Gesang des Chores lauscht, sich aber auch mit Unterstützung von Chorleiterin und Chor selbst aktiv am Gesang beteiligen kann.

Für Teilnehmer, die nicht regelmäßig im Chor singen möchten oder können, oder für Interessierte, die den Chorgesang einfach einmal ausprobieren wollen, gibt es neben der normalen Chorarbeit hin und wieder musikalische Projekte zu bestimmten Themen.

Neben Spaß und Freude am Singen bietet der Chor auch Gemeinschaft innerhalb der Kirchengemeinde, die nicht nur während der Proben und Auftritte gelebt wird. 
Der Kirchenchor möchte, dass die Musik als Sprache zu Verständigung zwischen Menschen und als Anknüpfungspunkt an das Gemeindeleben dient. Dazu ist jeder mit Interesse am Gesang herzlich eingeladen mitzuwirken, ganz unabhängig davon, welchen Alters oder welcher Konfession oder ob musikalische Erfahrungen vorhanden sind oder nicht.

Leitung

Christiane Nockemann-Mätzig
02357 1271

Neuigkeiten von der Renovierung …

Das Kirchenarchiv

Archivraum

Das Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Herscheid birgt viele Schätze. Die Evangelische Kirchengemeinde in Herscheid nennt nicht nur das älteste Gebäude im Dorf, die Apostelkirche, ihr eigen, sondern in ihrem Archiv sind auch die ältesten Aufzeichnungen über das Kirchspiel zu finden. Wahre Schätze werden in 100 Schatullen nach Sachgebieten gegliedert und chronologisch geordnet säuberlich aufbewahrt. Als eine der ältesten Institution nahm sich die Kirche neben der Verkündigung des Wortes Gottes vor allem armer und Not leidender Menschen an. Wichtige Aufgaben, die mittlerweile weitgehend von den Kommunen und dem Staat wie das Steuer-, Sozial- und Schulwesen übernommen worden sind, wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von der Kirche wahrgenommen. Über dieses Engagement der Kirche liegen in dem Archiv unserer Gemeinde Dokumente vor, die bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Die älteste der 48 handschriftlichen Urkunden stammt aus dem Jahre 1372. Auskunft über die 24 Kirchengüter erteilt ein Lagerbuch aus dem Jahre 1713. Schriftstücke über Exekutionen und Repressalien lassen die schwere Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg im Kirchspiel Herschede wieder lebendig werden. Über mehrere Jahrhunderte geben Rechnungen und Zahlungsanweisungen einen Einblick in die handwerklichen Tätigkeiten der Bürger in der Gemeinde. Weil die Kirchengemeinde die Unterstützung notdürftiger Bürger im Laufe der Zeit nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten konnte, vermitteln Listen über die in den Gastwirtschaften aufgestellten Sammelbüchsen, Bußgelder und Verzeichnisse über eine zehnprozentige Abgabe bei sogenannten Gebehochzeiten ein Bild vom Leben in der Gemeinde mit seinen sozialen Strukturen. Da Not leidende Bürger weitgehend in Form von Gütern des täglichen Bedarfs unterstützt wurden, verraten die alten Aufzeichnungen auch etwas darüber, wer als Bäcker, Schneider, Schuster, Schreiner oder gar Schmied in Herscheid tätig war. Arzt- und Apothekenrechnungen geben Auskunft über medizinische Betreuung der Bürger im 19.Jahrhundert.

Register

Für die Familienforschung sind die Aufzeichnungen der Personenstandsfälle, die vom Jahre 1733/35 in den alten Kirchenbüchern festgehalten worden sind, von besonderem Interesse. Um die Suche nach Vorfahren zu erleichtern, wurden die Daten aus den Kirchenbüchern in einem Genealogieprogramm erfasst. Auf diese Weise besteht nicht nur die Möglichkeit, gezielt und schnell nach Herscheider Familiennamen zu suchen, sondern auch komplette Familien über mehrere Generationen anzeigen zu lassen. Erfasst wurden: Ehen, Geburten/Taufen und Verstorbene/Beerdigungen vom Beginn der Kirchenbuchaufzeichnungen im Jahr 1733. Unter Zuhilfenahme dieser und ergänzender Daten entstand das „Ortsfamilienbuch für die Gemeinde Herscheid 1733/1900“, das im Februar 2024 erschienen ist. Erhältlich ist es beim Cardamina Verlag oder im Buchhandel. ISBN: 978-3-86424-634-0

Eine wahre Fundgrube stellen auch die Sonntagsblätter der Evangelischen Kirchengemeinde dar, die von 1911 bis 1935 fast vollständig in gebundener Form vorhanden sind. Da das wöchentlich erscheinende Blatt nicht nur aus dem Leben der Gemeinde berichtet, sondern als öffentliches Organ auch Bekanntmachungen der politischen Gemeinde und Organisationen sowie Geschäftsanzeigen enthält, stellen die Bände ein Spiegelbild der Lebensverhältnisse in Herscheid über zwei Jahrzehnte dar. All diese wertvollen Aufzeichnungen mit angemessener Pflege zu hüten und sie durch Dokumente der Zeitgeschichte zu ergänzen, ist vornehmste Aufgabe der ehrenamtlichen Archivpfleger und Archivpflegerinnen. Wenn es gewünscht wird, bin ich auch gern bereit, Gruppen während einer Führung durch die Apostelkirche mit der Geschichte des Gebäudes bekannt zu machen. (Wegen Renovierungsarbeiten in der Kirche sind aktuell keine Führungen möglich). Der Besuch im Kirchenarchiv im Martin-Luther-Haus („Altes Pastorat“), Plettenberger Str. 11 befindet, ist nach telefonischer Terminabstimmung unter 02357 4518 möglich.

Birgit Hüttebräucker
(Archivpflegerin)

Die Evangelische Gemeinde Herscheid und ihre Kirche

Apostelkirche (Ansicht von SW)

Die Anfänge der Herscheider Gemeinde und ihrer Kirche gehen auf die Jahre zwischen 900 und 1000 n. Chr. zurück. In diesen Jahren bildete sie neben den 12 Ur- und 4 Stammpfarreien, die im westlichen Sauerland und aufgrund eines Gesetzes Karls des Großen um 780 entstanden waren, u. a. auch die Herscheider Pfarrei. Unter den Kirchen und Ortschaften, die Erzbischof Anno 11. von Köln 1072 dem damaligen Kloster Grafschaft überweist, befindet sich auch „Hertsceido“, Im Werdener Probsteiregister von 1160 ist unter den abgabepflichtigen Höfen einer in „Hirutscetha“. 

In die Zeit des 11. Jahrhunderts fallen dann die Anfänge des heutigen Kirchbaues. Der Schutzheilige der Kirche war der heilige Cyriacus, der im pelzverbrämten Talar mit Buch und Lilien noch heute das Kirchensiegel ziert. Er wird zuerst im Jahre 354 erwähnt und soll Diakon der römischen Gemeinde gewesen sein, Unter Kaiser Maximilian, so heißt es, wurde er enthauptet, Seine vermutlichen Gebeine befanden sich von 847 bis zur Reformation in der Stiftskirche "St. Cyriacus" in Worms. Cyriacus war im Mittelalter ein sehr volkstümlicher Heiliger und einer der 14 Nothelfer, besonders gegen böse Geister, Als Sinnbild werden Drache, Schlange und Teufel genannt. Neben der Kirche soll es im Mittelalter vor der Reformation im Kirchspiel Herscheid noch drei Kapellen gegeben haben: in Niederholte eine, deren Schutzheiliger unbekannt ist, auf dem Rasenberge bei der Linde (Rahlenberg) eine der Jungfrau Maria geweihte Prozessionskapelle und eine Antoniuskapelle in Hüinghausen. 

Apostelkirche (Ansicht von NO)

Zur baulichen Geschichte der Kirche

An der Herscheider Kirche sind deutlich mehrere Bauperioden zu unterscheiden. Der älteste Teil ist die Partie am Turm mit den kleinen Fenstern und runden Säulen (1230 - 1250). Die Kirche weist die" wesentlichen Merkmale einer spätromanischen Hallenkirche auf: Die bei den Seitenschiffe haben gleiche Höhe mit dem Mittelschiff, das Querschiff ist verkümmert. Die beiden dicken Rundpfeiler und die kleinen Fenster weisen auf den Sauerländer Typ dieser Form hin. Die Renovierung der Jahre 1970/71 brachte die Fundamente einer ehemaligen kleinen Apsis zutage, die im 15. Jahrhundert dem großen Chorraum in seiner jetzigen Gestalt weichen musste. Die breiteren und maßwerkverzierten Fenster des Querschiffes stammen aus der Zeit nach 1300.

Bemerkenswert sind die Stern- und Rosettenmuster der Schlusssteine im Kreuzgewölbe sowie das Siebensternmuster im Schlussstein über dem Altar. 
Die durch die vielen Umbauten notwendig gewordenen Strebepfeiler von außen wurden in neuerer Zeit mit einem Betonkorsett versehen, so dass die früher im Chorraum nötigen Anker entfernt werden konnten.

Nach Lage und Bauart war die Kirche eine Wehrkirche, die neben den gottesdienstlichen Zwecken auch dem Schutz der Dorfbewohner diente. Der heutige Kirchplatz war früher von einer hohen Mauer umgeben und die Eingänge mit Zwingbögen versehen. 

Ein paar Daten zur Geschichte der Kirche:
Erbaut 11. Jahrhundert; Abgebrannt 1. April 1686; Eingeweiht 4. Juni 1704; Renoviert 1795 + 1894; Durch Krieg beschädigt 1945; Wiederhergestellt 1947-50; Eingeweiht 3. April 1949; Renoviert 1970/71; Eingeweiht 28.11.1971. 
Seit ihrer Wiederindienstnahme im Jahre 1971 trägt die Kirche den Namen „Apostelkirche". Anlass für diese Benennung waren dem Presbyterium die das Innere der Kirche schmückenden Kunstwerke: Zum einen das die Apostel der Kirche darstellende Fresko an der nördlichen Chorraum- wand; zum anderen die Figuren in den Nischen rechts und links des Chorraumes sowie an der Turmwand als Reste des 1945 beim Beschuss der Kirche zerstörten Barockaltares; zum dritten die heute die Wände der Kirche schmückenden Apostelbilder aus der Barockzeit.

Die Altäre in der Apostelkirche

Im Mittelpunkt des heutigen Chorraumes ist der, aus dem Mittelalter stammende Altar. Der gemauerte Unterbau ist verputzt und die Altarplatte mit den Weihekreuzen hat eine grau-grünliche Oberfläche. Das darauf stehende Standkreuz befand sich, wie historische Fotos belegen, in früherer Zeit auf dem Barockaltar. Nach dessen Zerstörung stand es eine zeitlang in der Sakristei bevor es im Jahr 2018 seinen Platz wieder auf dem Altar fand.

Altar 2024

Der Altaraufsatz, der sich bis Dezember 2018 auf dem Altar befand, wurde von dem Bildhauer Frank aus Burghausen/Oberbayern geschaffen, und am 31.10.1952, dem Tage der 400jährigen Einführung der Reformation in Herscheid, seiner Bestimmung übergeben wurde.

Die Gruppe des Altaraufbaues zeigt neben dem Gekreuzigten die im Johannes­evangelium überlieferte Personen­gruppe unter dem Kreuz: Die Mutter Maria und den Jünger Johannes. Der übergroße Zeigefinger des Johannes lässt jedoch auch eine Deutung als Johannes den Täufer zu, der auf Christus mit den Worten hinweist: "Dieser muss wachsen, ich aber muss abnehmen." Wie dem aber auch sei, im Hinweis auf Christus ist der Dargestellte eine wahrhaft apostolische Figur.

Der Flügelaltar selbst zeigt im Mittelteil die Abendmahlsszene und ist damit Hinweis auf das, was der Altar selber ist: Tisch des Herrn, an den wir geladen sind, um „in, mit und unter Brot und Wein" die Gemeinschaft mit Christus und die Gemeinschaft untereinander geschenkt zu bekommen. Die Seitenflügel mit ihrer Darstellung von Auferstehung und Himmelfahrt weisen darauf hin, dass in der Feier des Sakramentes nicht bloß des Gekreuzigten gedacht wird, sondern der Auferstandene und Erhöhte gegenwärtig ist.

Vom gleichen Künstler stammt auch das 1971 geschaffene Lesepult, den johanneischen Adler symbolisierend sowie das an der Turmwand hängende Kruzifix. 

Altaraufbau


Der barocke Vorgänger, der aus der Zeit um 1702 stammte, wurde bei einem Granatbeschuss in den letzten Kriegstagen im April 1945 zerstört. Übrig geblieben sind zahlreiche Säulen-Fragmente, die in der Kirche ihren Platz gefunden haben. Dazu gehören:
Das Lesepult, der Kerzenständer sowie die Fragmente, die sich um das Sakraments-Häuschen befinden.

Außerdem gehörten zum Barockaltar die drei aus Holz geschnitzten Evangelisten-Skulpturen, deren Namen lange unbekannt waren. Erst im September 2010 identifizierte der Kunsthistoriker Dr. Wingolf Scherer aus Kartst das Trio. Dabei handelt es sich um die Evangelisten Markus (auf der Säule), Matthäus (linke Nische), Lukas (rechte Nische) .

Barockaltar

Der erste bekannte Herscheider Marienaltar, der aus der Zeit zu Beginn des 16. Jahrhunderts stammte, steht heute im Museum der Burg Altena, da er 1881 dem Orts- und Heimatverein Altena aus Gründen der Erhaltung übergeben wurde. Im Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Herscheid befindet sich ein Schreiben vom 26. März 1881, in dem das Presbyterium an den Verein für Orts-und Heimatkunde für das Flussgebiet der Lenne folgendes schreibt: “Dem Verein erlauben wir uns, namens der hiesigen Kirchengemeinde, ergebenst mitzuteilen, dass das Königliche Konsistorium zu Münster laut No. 1739, den Beschluss der großen Gemeindevertretung auf Geschenkweise überlassung von a) einem alten katholischen Hochaltar, b) einem alten Taufbecken, c) einer alten Monstranz an das Museum des Vereins in Altena genehmigt hat.
Marienaltar
An der Westwand befindet sich ein mittelalterlicher Nebenaltar (heute  Nagelkreuzaltar genannt.)  Der Unterbau (Stipes) ist gemauert und verputzt. Die Altarplatte (Mensa=Tisch) mit Weihekreuzen.  Darauf: Das Kreuz der Nagelkreuzgemeinschaft und zwei barocke Tischleuchter aus Zinn. Ein Geschenk von der Frauenhilfe, die offenbar nicht ursprünglich aus der Kirche stammen. Das Wandkreuz oberhalb des Nebenaltars stammt aus dem Jahre 1957. Die Bronzedarstellung wurde von dem Burghausener Künstler Hans Frank erstellt. In der künstlerischen Ausführung ergänzt es das bereits 1952 aufgestellte große Altarkreuz desselben Künstlers.

Nebenaltar

Kirchenfenster, Sakramentsnische, Kanzel

Die Fenster des Chorraumes wurden ebenfalls in den letzten Kriegstagen zerstört und zunächst notdürftig repariert. Später wurden sie von dem Künstler Wolfgang Fentsch aus Wuppertal neu geschaffen und im Jahr 2008 restauriert.

Die drei Fenster hinter dem Altar versinnbildlichen die Erschaffung der Welt im Rhythmus des Sechstagewerkes, wobei das schöpfungsmächtige Gotteswort seinen Ausdruck in den Engelsgestalten findet. Im Auge soll der allwissende und allgegenwärtige Herr erkannt werden. Die Südfenster des Chorraumes stellen den Fall und die Erlösung des Menschen dar.

Das Thema der beiden Fenster an der Südseite des Chorraumes  sind der Sündenfall sowie die Erlösung durch Jeusus Christus. Das kleinere (zweibahnige, rechts) zeigt Adam und Eva, die Versuchung  durch den Apfel, die Vertreibung aus dem Paradies, die Arbeit der Menschen  die im Schweiße ihre Angesichts ihr Brot verdienen sowie den Brudermord von Kain an Abel.

Das linke, dreibahnige zeigt Szenen aus dem Leben und Leiden Christi, beginnend bei der Verkündigung und der Geburt bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung.

Fenster

Die Sakramentsnische an der Nordseite des Chorraumes ist aus Stein gehauen, mit Fialen, Giebelkrönung und Zunftwappen versehen und sie stammt aus gotischer Zeit. Die Nische dient heute noch zur Aufbewahrung der Abendmahlsgeräte. 

Sakramentsnische

Die Kanzel  samt  Schalldeckel, wurde nach Angaben des  damaligen Pfarrer Pollmann, am 21. März 1704 fertiggestellt. Er selbst schreibt: „Anno 1704 den 21. Martii ist die neue Kanzel verfertigt und den 30. (März) am Sonntag Quasimodogeniti zum ersten darauf gepredigt worden.“ [Quelle: Archiv der Ev. Kirchengemeinde Herscheid] Der vieleckige Kanzelkorb steht auf einer gedrungenen Säule mit einem Engelskopfrelief. Verziert ist die Kanzel mit gedrehten Säulen, Engelskopfreliefs, Blüten und Ranken.

Auf dem Schalldeckel befindet sich die Christusfigur, die segnend die rechte Hand erhebt und in der linken die Weltkugel hält. Im Juni 1961 erhielt der Schalldeckel eine neue Krone.                         

Kanzel

Chorgestühl, Fresko

Ein künstlerisches Erbe der Vergangenheit hat man mit Bedacht bei der letzten Renovierung erhalten: so zum Beispiel die mit Schnitzwerk versehenen Brüstungen des Gestühls an der Südseite des Chorraumes sowie den geschlossenen Sitzplatz. Auch die Wand­verkleidungen im nördlichen Seitenschiff und die Wangen des neuen Hauptgestühls stammen aus alter Zeit. Aufmerk­samkeit verdienen in diesem Zusammenhang wohl die ehe­maligen Gesangbuchablagen, heute als Wandschmuck im nördlichen Seitenschiff, deren eingeschnitzte Namen auf die einstigen Platzhalter hinweisen, welche diese Plätze für sich und ihre Familien käuflich erworben hatten.

Ohne Zweifel das wertvollste Stück dürfte aber das an der Nordseite des Chorraumes unter dem Fresko sich befind­liche Chorgestühl aus dem Jahre 1548 sein. Mit wertvollen Schnitzereien zeigt es den Stil der deutschen Renaissance. Da das Gestühl noch aus vorreformatorischer Zeit stammt (Einführung der Reformation in Herscheid 1552), darf man vermuten, dass die Schlangen- und Drachendarstellungen als Sinnbilder des Hlg. Cyriacus auf den Schutzheiligen der Kirche hinweisen wollen.

Ober den Sitzen befinden sich Tafelschnitzereien: in der oberen Reihe vielleicht die der Stifter, in der mittleren die der einzelnen Stände, des Königs, des Ritters und des Bürgers, wobei die Frau des Ritters ihrem Gemahl die Zunge herausstreckt. Die bei den rechten Reliefs der oberen Reihe weisen auf den Tod Christi am Kreuz hin. Leider sind die Darstellungen der unteren Reihe stark zerstört. 

Chorgestühl

Anlässlich der Renovierung 1970/71 stieß man auf das nun freigelegte Fresko an der Nordseite des Chorraumes. Neun Apostel darstellend, jeweils versehen mit ihrem Namen und mit dem Marterwerkzeug, das sie zu Tode gebracht haben soll, stammt es aus dem 16. Jahrhundert. Man hat, der Restauratorin folgend, auf eine neuerliche Ausmalung verzichtet, um den Charme des Alten nicht zu zerstören.

Dort wo das Fresko freigelegt wurde, befand sich seit dem 13. März 1927 eine Gedenktafel für die Gefallenen des I. WK. Die Holztafeln mit den Namen der Gefallenen befinden sich heute in der Taufnische. Der ursprünglich dazugehörende Rahmen liegt auf dem Dachboden des alten Pastorats, und der zum Rahmen gehörende Christuskopf befindet sich an der Nordwand der Kirche.

Fresko

Gedenktafel, Taufstein

An die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erinnert eine Steinplatte mit den Namen der Soldaten, gerahmt in Bronze mit dem Schriftzug „EV. KIRCHENGEMEINDE HERSCHEID MCMLVI (1956) DEN TOTEN DES GROSSEN KRIEGES 1939-1945 IN MEMORIAM“.

Das Wandrelief ist Teil der Gedenktafel. Beides wurde 1956 von Hans Frank aus Burghausen hergestellt. Das rechteckige Steinrelief stellt den auferstandenen Christus dar, oben mit dem Schriftband: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“.

Gedenktafel

Eine weitere Gedenktafel an der Ostwand im Nord-Querarm enthält die Namen der Gefallenen aus den Kriegen 1815, 1866 und 1870/71.

Der Taufstein wurde 1972 vom Kiersper Künstler Wien geschaffen. Aus einem Stein gehauen, weist er eine reiche Symbolik auf. Alles andere überragend zeigt er den, sich über das Wasser beugenden Hirsch. Zum einen wohl auch erinnernd an das Wappentier unserer politischen Gemeinde Herscheid, will er aber, und darin an dieser Stelle die eigentliche Taufsymbolik ausmachend, an das Psalmwort erinnern, in dem es heißt: "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!" Die Wassersymbolik weist auf den Herrn der Taufe, der da spricht: "Kommt, ich gebe euch das Wasser des Lebens umsonst." 

Ein Hinweis auf Christus, in dessen Namen die Taufe ja vollzogen wird, ist auch der in der Symbolik erkennbare Fisch, von den ersten Christen zur Kennzeichnung ihrer Gottesdienst- und Taufstätten benutzt. Die Kreuzsymbolik am Fuß des Taufsteins mag ein Hinweis darauf sein, dass der uns in der Taufe annehmende Christus der für uns Gestorbene ist. Zum Anderen bringen sie die Worte des Apostels Paulus ins Gedächtnis: "Wir sind mit ihm in der Taufe begraben in seinen Tod, damit wir, so wie Christus dann von den Toten auferweckt worden ist, ebenfalls in einem neuen Leben wandeln." 

DieTaufschale wurde zur Wiedereinweihung der Kirche am 03. April 1949 von der ersten Presbyterin Frau Ida Heesemann der Kirche gestiftet, und enthält die Inschrift: "Wer aber glaubet und getauft wird, der wird selig".

Taufbecken

Ein ehemaliges, 1694 gearbeitetes Taufbecken unserer Kirche befindet sich heute im Burgmuseum Altena.

Orgel

Die Orgel der Herscheider Apostelkirche zeigt, frontal gesehen, einen Orgelprospekt in typisch barocker Form. Der „Orgelstuhl" mit den Klaviaturen ist schmal, der Pfeifenprospekt darüber lädt weit nach rechts und links aus. Er besteht aus einem mittleren „Rundturm" und zwei seitlichen "Spitztürmen", durch vier Zwischenfelder mit- einander verbunden. Die Pfeifen der oberen Zwischenfelder sind in neuerer Zeit ergänzt, die übrigen altersschwachen großen Bleipfeifen, die seit 1911 geschwiegen hatten, wurden bei großer Sorgfalt restauriert und wieder zum Klingen gebracht. Alle vom Pfeifenwerk freigelassenen Partien sind von geschnitzten "Schleierbrettern" ausgefüllt. Das darüber hinaus den Prospekt von allen Seiten umgebende Schnitzwerk weist die in den Jahren 1580 bis 1680 vorherrschende Form des "Knorpel- und Ohrmuschelstils" auf. Die vier schmalen Holzpilaster sind Erinnerungen an die Formenwelt des 16. Jhdts. Die Initialen im Wappenschild über dem Rundturm nennen Leopold von Neuenhoff zu Neuenhofe (1641-1701) als Stifter. Im Gegensatz zum alten Orgelwerk weist das heutige, von Orgelbaumeister Klaus Becker in Küpfermühle bei Hamburg geschaffene Werk zwei Manuale und ein Pedal auf. Die Klaviaturen für die Hände sind im alten Stil geschaffen, d. h. mit schwarzen, an der Stirnseite ausgedrechselten Grenadillholztasten und elfenbeinbelegten Obertasten. Den antiken Eindruck, vom Orgelbaumeister in Anlehnung an den alten Prospekt bewusst hervorgerufen, fördern gedrechselte und Perlmutt-verzierte Registerzüge rechts und links. 

Orgel

Zur Disposition der Orgel:
17 Register Hauptwerk (hinter den Prospektpfeifen), 1. Prinzipal S' im Prospekt, restauriert; 2. Rohrflöte S'; 3. Oktove 4'; 4. Nasat 22/3'; 5. Waldflöte 2'; 6. Mixtur vierfach 11/3'; 7. Trompete S'; 
Brustwerk: unter dem Hauptwerk, 1. Gedackt S' aus Eiche; 2. Koppelflöte 4'; 3. PrinzipaI2'; 4. Quinte 11/3'; 5. Zimbel dreifach 1'; Tremulant; 
Pedalwerk: hinter dem Hauptwerk über der Tür zum Turm, 1. Subbaß 16' aus Eiche; 2. FlötenprinzipalS'; 3. Choraloktave 4'; 4. Rauschwerk dreifach 2'; 5. Fagottbaß 16'. Alle neuen Metallregister bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung im Verhältnis 2:3 oder 1:1. 

Grabplatten

Von den drei Grabplatten, die sich heute im Bereich des Kirchturms befinden, ist zumindest von einer bekannt, dass sie sich ursprünglich auf dem Chor, neben dem Altar befand, heute rechts der Orgel (Westwand nördl. Seitenschiff). Sie kann dem Pfarrer Degenhard Pollmann und dessen erster Ehefrau zugeordnet werden.  Pollmann war von 1665 bis 1695 Pfarrer in Herscheid. Er starb am 13. April 1695, und seine Gattin Anna Josina Thamer starb schon am 23.11.1675.  Erkennbar sind die beiden Familienwappen, Namen, und ein kaum noch lesbarer Text. Der Pfarrer heiratete in zweiter Ehe im Jahr 1678 die Anna Elis. Leonhardt.  Er stirbt am 13. April 1695 in Herscheid und in der seiner Grabpredigt heißt es: „Er starb im 58. Jahr seines Alters nach ausgstandener sechstägiger Flußfieberkrankheit am 13. Aprilis 1695 seines Lebens-Fürsten Christo- Jesu entschlafen und darauf am 19. Desselben Monats den hinterlassenen Leichnam nach in sein Schlafkämmerlein auf dem Chor neben dem Altar mit hochansehnlichem, traurhaften und sehr volkreichen Leichen-geleit gebracht und eingesenket worden.“  Über diese Grabplatte schreibt Pastor Arnold zur Nieden im September 1911 im Sonntagsblatt der Kirchengemeinde Herscheid: „So oft du, lieber Leser zum hl. Abendmahl gingst, bist du beim Altarumgang mit deinen Füßen drüber hinweggeschritten. Es ist aber nicht recht, daß solch ein Altertum mit Füßen getreten wird. Der Stein ist sehr schön erhalten und mit doppeltem Familienwappen verziert. Dementsprechend soll er in Ehren gehalten werden. Das Presbyterium hat daher in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Leichenstein auszuheben und an der Wand hinter dem Altar sichtbar aufrichten zu lassen“.

Grabplatte Pollmann-Thamer

Das Fragment einer weiteren, leider beschädigten Grabplatte befindet sich an der Südseite der Kirche in der Nähe des Nebenaltars. Die Grabplatte hat ein umlaufendes Schriftband und zwei Familienwappen. Zum einen das der Familie Pollmann und das der Familie Wever. Lesbar ist noch  „Anna Josina Weverin, + 19.02.1701 und Gatte.“  Anhand dieser Daten lässt sich eindeutig der Pfarrer Johann Hermann Caspar Pollmann zuordnen. Er war der Sohn des Degenhard Pollmann und von 1695 bis 1727 amtierender Pfarrer in Herscheid.

Grabplatte Pollmann-Wever

Die dritte Grabplatte befindet sich an der Westwand (links neben der Orgel). Im oberen Bereich befindet sich das Fragment einer Inschrift darunter ein Wappen. Leider ist bisher die Bedeutung dieser Grabplatte noch ungeklärt.

Grabplatte (unbekannt)

Birgit Hüttebräucker

Friedhof in Herscheid

Der die heutige Apostelkirche umgebende Kirchhof diente bis zum Jahre 1832 als Begräbnisplatz.
Da die Friedhofsmauer zu den anliegenden Grundstücken in der Süd- und Ostseite recht brüchig
geworden und die Seelenzahl der Gemeinde angewachsen war, wurde 1826 mit der Planung eines
neuen Friedhofes begonnen. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, erwarb die Evangelische
Kirchengemeinde auf dem Lienkamp (Lindenkamp) eine etwa drei Morgen große Ackerfläche. Der
größte Teil wurde von Wilhelm Pollmann für 283 Taler angekauft. Einen kleineren Teil erwarb die
Kirchengemeinde von der Witwe Johann Diedrich Alberts für 12 Taler. Für die Anlage des
Friedhofs mussten weitere 138 Taler aufgewendet werden.

Den neuen Totenhof, wie er seinerzeit genannt wurde, weihte Pfarrer Friedrich Eberhard Nohl am
25. November 1832 ein. Durch einen zwölf Fuß breiten Kreuzweg war die quadratische Fläche in
vier gleich große Felder aufgeteilt worden. Die beiden oberen Felder wurden für Reihengräber, die
beiden unteren für Erbbegräbnisse vorgesehen. Da jedoch bereits 1866 die beiden
Reihengräberfelder belegt waren und von einer Wiederbelegung alter Grabstätten abgesehen
wurde, musste auch der untere, östlich gelegene und für Erbgruften reservierte Teil, für
Reihengräber in Anspruch genommen werden.

Als auch diese Fläche nach einigen Jahren vollkommen genutzt war, wurde auf Wunsch der
Gemeinde zur Vergrößerung des Friedhofes eine südlich gelegene Ackerparzelle in der Größe von
einem Morgen von dem Wirt Johannes Schürmann für 250 Taler angekauft. Am 23. Juli 1871
konnten die beiden neuen Felder von Pfarrer Wilhelm Spaeing eingeweiht werden. In den Jahren
1846/47 wurde die zwischen dem Weg nach Elsen und dem Begräbnisplatz brach liegende schmale
Fläche mit Tannen angepflanzt. Ebenso erfolgte eine Einfriedung des Fried­hofs durch eine Hecke.
In den Jahren 1849/50 wurden entlang der Hauptwege Linden und Kastanien gepflanzt.

Bei regnerischem Wetter sammelte sich hin und wieder auf dem nordöstlichen Teil des Fried­hofes
Wasser in den Gräbern. Um diesen Übelstand zu beseitigen, wurden in den Jahren 1867 bis 1869
unter Aufwendung nicht unerheblicher Mittel Gräben mit Drain-Röhren und Steinen angelegt.
Durch diese Maßnahme konnte der Übelstand völlig beseitigt werden, wie Pfarrer Spaeing 1878 zu
be­richten wusste. Ebenfalls wurde das hölzerne Tor durch ein eisernes ersetzt.

Eine weitere Ausdehnung des Friedhofs erfolgte durch den Ankauf einer weiteren Parzelle von
dem Bäcker Wilhelm Schürmann (Wilhelmshöhe) in den Jahren 1881-1883.

Zur Einfriedung wurde 1884 eine Weißbuchenhecke für 397 Mark angepflanzt. Nachdem zwischen
der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde 1910 ein Erbbauvertrag abgeschlossen
worden war, errichtete die Gemeinde Herscheid auf dem Friedhofsgelände in unmittelbarer Nähe
des Eingangs eine Leichenhalle.

Im Jahre 1918 wurde auf dem südlichen Teil des Friedhofes ein Heldenfriedhof angelegt.
Herscheider Soldaten, die zunächst am Kreuzpunkt zweier Wege beigesetzt worden waren, fanden
hier eine letzte Ruhestätte. Die Umbettung nahmen am 13. Dezember 1918 Sanitäts­mannschaften
vor, die auf ihrem Rückzug durch Herscheid kamen. Ein Denkmal mit den Namen aller im Ersten
Weltkrieg gefallenen Herscheider Soldaten wurde am 15. August 1920 anlässlich des Wehrfestes
eingeweiht.

In späteren Jahren wurde der Heldenfriedhof zu beiden Seiten durch je ein Gräberfeld flankiert.
Der Friedhof, der durch diese beiden Gräberfelder eine beachtenswerte Erweiterung erfahren hatte,
wurde nach mehrjähriger Planung in den Jahren 1931 bis 1934 um eine weitere Fläche oberhalb
der heutigen Friedhofskapelle ausgedehnt. Eine Bepflanzung mit Linden und Rotdorn sollte
diesem neuen Teil ein freundliches Aussehen verleihen.

Zwölf deutsche Soldaten, die in den letzten Kriegstagen im April 1945 in den Kämpfen um
Herscheid gefallen und zunächst an Ort und Stelle begraben worden waren, wurden im Juli des
gleichen Jahres östlich des Ehrenfriedhofs beigesetzt. Im Zuge einer Erweiterung und
Umgestaltung der Ehrenmalanlage im Jahre 1957 wurden sie zur linken und rechten Seite des
Denkmals nochmals umgebettet.

Da durch den zunehmenden Autoverkehr die Leichenzüge - vor allem aus den Außenbezirken - zu
Beginn der sechziger Jahre den Straßenverkehr immer stärker behinderten, wurde 1966/67 auf dem
Friedhof eine Kapelle mit drei Leichenkammern sowie Toiletten und einem Geräteraum im
Kellergeschoss errichtet. Die alte Leichenhalle in der Nähe des Haupteingangs wurdeabgebrochen. Anfang der siebziger Jahre erfolgte - zum Teil durch Aufschüttung - die Herrichtung eines weiteren Begräbnisfeldes unterhalb der neuen Kapelle.

Die ersten Kolumbarium-Kammern entstanden 1993 an der Westseite der Friedhofskapelle. Weil die Feuerbestattungen in den folgenden Jahren zunahmen, waren Erweiterungen 2 Jahre später erforderlich. 2003: 96 Kammern, 2009: 56 Kammern, 2012: 96 Kammern.

Seit 1996 sind auch Bestattungen auf Gemeinschaftsfeldern auf dem Herscheider Fried­hof möglich. Im Jahre 2000 wurde der Friedhof der zentralen Verwaltung des Evangelischen Friedhofsverbandes Lüdenscheid/Plettenberg angeschlossen.

Informationen

Evangelischer Friedhofsverband
Lüdenscheid/Plettenberg
Friedhof Herscheid
Plettenberger Str. 11
58849 Herscheid

02357 2246

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